Zoll bei Paketen aus Deutschland in die Schweiz: Das fällt an

Beim Zoll für ein Paket aus Deutschland in die Schweiz gilt: Die Sendung ist grundsätzlich zollpflichtig, denn Deutschland gehört nicht zum Schweizer Zollgebiet. Neben dem Zoll fällt die Schweizer Mehrwertsteuer an. Dazu kommt eine Gebühr für die Verzollung; bei der Schweizerischen Post liegt sie zwischen 11,50 und 70 CHF. Dieser Beitrag zeigt, was zu bezahlen ist, wer zahlt und wie Sie vorab Klarheit gewinnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Alle Warensendungen aus dem Ausland sind grundsätzlich zollpflichtig und mehrwertsteuerpflichtig.
- Der Zoll richtet sich meist nach dem Bruttogewicht und liegt häufig unter 1 CHF pro Kilogramm.
- Zoll, Mehrwertsteuer und Verzollungsgebühr zahlt in der Regel der Empfänger.
- Die Verzollungsgebühr hängt vom Transporteur ab; die Schweizerische Post verlangt mindestens 11,50 und höchstens 70 CHF.
Ist jedes Paket aus Deutschland zollpflichtig?
Die Regel ist einfach: Für jede Warensendung aus dem Ausland sind Zollabgaben und die schweizerische Mehrwertsteuer zu bezahlen, wie das Waren im Ausland bestellen beschreibt. Das gilt auch dann, wenn die Ware in Deutschland günstig war und das Paket nur wenige Kilometer über die Grenze reist.
Es gibt Ausnahmen. Steuerbeträge bis 5 CHF werden aus verwaltungsökonomischen Gründen nicht erhoben. Bei sehr kleinen Bestellungen kann daher gar keine Mehrwertsteuer anfallen.
Geschenksendungen von Privatpersonen im Ausland an Privatpersonen in der Schweiz sind laut dem Ratgeber Empfangen von Briefen und Paketen bis zu einem Warenwert von 100 CHF je Sendung abgabenfrei. Tabak und alkoholische Getränke sind davon ausgenommen. Ihre eigene Bestellung im Onlineshop ist kein Geschenk.
Bei Alkohol, Tabakwaren und Lebensmitteln gelten höhere Zollabgaben oder andere Abgaben wie Biersteuer oder Spirituosensteuer. Wer solche Waren bestellt, sollte vorher nachfragen, was auf ihn zukommt.
Wie hoch sind Zoll und Mehrwertsteuer bei einem Paket?
Der Zoll bemisst sich in der Regel nach dem Bruttogewicht, also inklusive Verpackung. Häufig beträgt er weniger als 1 CHF pro Kilogramm. Entscheidend ist also das Gewicht des Pakets, nicht sein Preis.
Die Mehrwertsteuer wird dagegen auf den Warenwert erhoben. Ein teures, leichtes Gerät löst deshalb vor allem Mehrwertsteuer aus, ein schweres, günstiges Produkt eher mehr Zoll.
Drei typische Fälle zeigen den Unterschied:
- Elektronik: wenig Gewicht, hoher Warenwert. Die Mehrwertsteuer macht den größten Teil der Abgaben aus.
- Kleidung: mittleres Gewicht, mittlerer Wert. Zoll und Mehrwertsteuer bleiben meist überschaubar.
- Bücher: relativ schwer, oft günstig. Hier wirkt sich das Bruttogewicht stärker aus.
Bleibt der Steuerbetrag bei 5 CHF oder darunter, wird er nicht erhoben. Die Verzollungsgebühr des Transporteurs ist davon getrennt und kann trotzdem anfallen.
Wie läuft die Verzollung ab und wo sehe ich den Stand?
Der Transporteur meldet die Sendung beim Zoll an und berechnet die Abgaben aus Gewicht und Warenwert. Erst danach wird das Paket zugestellt oder zur Abholung bereitgestellt. Wie schnell das geht, hängt vom Transporteur und von der Auslastung ab.
Taucht in der Sendungsverfolgung der Status „Vom Zoll einbehalten“ auf, ist das meist kein Grund zur Sorge. Laut dem Ratgeber Empfangen von Briefen und Paketen bedeutet er in der Regel nicht, dass das Paket beschlagnahmt wurde, sondern dass es sich im Verzollungsprozess befindet.
Bei einem Paket aus Deutschland in die Schweiz lohnt sich der Blick in die Sendungsverfolgung des Transporteurs. Wer eine Lieferadresse an der Grenze nutzt, sieht eingehende Sendungen zusätzlich jederzeit in Ihrem Postfach.
Wie lässt sich der Zoll für ein Paket aus Deutschland in die Schweiz einplanen?
Planen Sie die Abgaben vor dem Kauf ein, statt sich beim Zustellen überraschen zu lassen. Diese Punkte helfen:
- Warenwert und Gewicht notieren: Beides bestimmt, wie hoch Mehrwertsteuer und Zoll ausfallen.
- Verpackung schlank halten: Der Zoll bemisst sich nach dem Bruttogewicht, also inklusive Verpackung.
- Händlerangaben prüfen: Steht „Lieferung verzollt“ im Shop, fragen Sie nach, was im Preis enthalten ist.
- Gebühren des Transporteurs erfragen: Die Verzollungsgebühr ist vom Zoll getrennt und je nach Anbieter verschieden.
Bei sperrigen Sendungen wie Möbeln gelten oft andere Abläufe. Laut den Meldungen auf der News-Seite können auch Paletten und sperrige Grosslieferungen angeliefert werden. Welche Filiale das annimmt, steht in der Übersicht der Filialen.
Wer bezahlt Zoll und Verzollungskosten: Absender oder Empfänger?
In den meisten Fällen bezahlt der Absender nur die Transportkosten. Zollabgaben, Mehrwertsteuer und die Kosten für die Verzollung gehen automatisch zulasten des Empfängers, wenn der Absender in den Begleitpapieren nichts anderes vermerkt.
Wie hoch die Verzollungsgebühr ausfällt, hängt von der Sendung und vom Transporteur ab. Jeder Kurierdienst setzt eigene Gebühren an.
Wer Pakete an eine deutsche Lieferadresse an der Grenze schicken lässt, ist als Postfachinhaber selbst für die Verzollung verantwortlich. Das ist ein klarer Punkt: Die Abgaben beim Zoll für Pakete aus Deutschland in die Schweiz treffen dann Sie, nicht die Filiale.
Bieten Händler eine Lieferung „verzollt“ an, prüfen Sie vor der Bestellung, ob die Abgaben wirklich im Preis enthalten sind.
Häufige Fragen
Muss ich bei jedem Paket aus Deutschland Zoll bezahlen?
Grundsätzlich ja, denn für jede Warensendung aus dem Ausland sind Zollabgaben und Schweizer Mehrwertsteuer fällig. Steuerbeträge bis 5 CHF werden nicht erhoben, die Verzollungsgebühr des Transporteurs kann trotzdem anfallen.
Ist ein Geschenk aus Deutschland abgabenfrei?
Geschenksendungen von Privatpersonen im Ausland an Privatpersonen in der Schweiz sind bis zu einem Warenwert von 100 CHF je Sendung abgabenfrei. Tabak und alkoholische Getränke sind ausgenommen. Eine eigene Bestellung im Onlineshop gilt nicht als Geschenk.
Heisst „Vom Zoll einbehalten“, dass mein Paket beschlagnahmt wurde?
In der Regel nicht. Der Status bedeutet meist, dass sich das Paket im Verzollungsprozess befindet. Bei längeren Verzögerungen fragen Sie beim Transporteur nach.
Wer bezahlt die Zollkosten, wenn ich eine deutsche Lieferadresse nutze?
Als Postfachinhaber sind Sie selbst für die Verzollung verantwortlich. Die Abgaben gehen also zu Ihren Lasten, nicht zu denen der Filiale.
Zoll auf Pakete aus Deutschland: So geht es weiter
Deutsche Lieferadresse
Wer regelmässig bestellt, kann sich bei uns kostenlos registrieren und eine deutsche Lieferadresse nutzen; die Gebühren der Filialen fallen erst bei eingetroffenen Lieferungen an. Bezahlt wird erst bei der Abholung. Bei Fragen zum Ablauf erreichen Sie uns über die Kontaktseite.